Meine Radtour von Freiburg nach Barcelona
Von Freiburg nach Mulhouse
Von Freiburg geht es über die Rheinebene südwestwärts nach Hartheim, vorbei an Tabak- und Maisfeldern, bevor die Route die Rheinbrücke zwischen Hartheim und Fessenheim erreicht. Der Rhein ist an dieser Stelle in zwei Gewässer aufgeteilt: den eigentlichen Fluss und, unmittelbar daneben, den Grand Canal d'Alsace, einen künstlichen Seitenkanal, den Frankreich ab 1928 baute, um das im Versailler Vertrag zugesprochene Recht zur Stromerzeugung am Rhein zu nutzen, ohne den erzeugten Strom mit Deutschland teilen zu müssen. Zwei Brücken hintereinander führen so über Fluss und Kanal, bevor man französischen Boden erreicht.
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Von Mulhouse nach Baume-les-Dames
Von Mulhouse führt die Strecke auf dem Rhein-Rhône-Kanal westwärts, der bei Montreux-Vieux die europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Rhône überquert, auf 341 Metern die höchste Stelle der ganzen Route. Der Anstieg dorthin verläuft in einer engen Folge von Schleusen, jede mit einem kurzen steilen Stich, dazwischen flach, insgesamt gut 150 Höhenmeter auf wenigen Kilometern. Danach fällt die Strecke ab und erreicht Belfort, dessen Zitadelle im späten 17. Jahrhundert nach Plänen von Vauban auf einem Felsen über der Stadt errichtet wurde. Weiter geht es über den Kanal nach Montbéliard, das über vierhundert Jahre als Grafschaft Mömpelgard zu Württemberg gehörte, sichtbar noch heute am Schloss der württembergischen Herzöge über der Stadt und an Bauten des württembergischen Hofbaumeisters Heinrich Schickhardt. Ab Montbéliard folgt die Route dem Doubs beziehungsweise dem Kanal, der streckenweise den kanalisierten Flusslauf nutzt, vorbei an ehemaligen Sägewerken und Gießereien, die von der früheren Industrie im Tal erzählen. Der Radweg ist durchgehend asphaltiert, flach und gut ausgebaut, mit Kalkfelsen des Jura, die sich zu beiden Seiten des Tals auftürmen. Baume-les-Dames, das Etappenziel, verdankt seinen Namen einem Kloster, das um 400 gegründet wurde und vor allem Töchter aus Adelsfamilien aufnahm, woraus sich über Baume-les-Nonnes der heutige Name entwickelte.
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Von Baume-les-Dames nach Dole
Von Baume-les-Dames führt der Treidelpfad am Kanal beziehungsweise am Doubs weiter Richtung Besançon, flach und schattig, vorbei an Ortschaften, die das ganze Jahr über weihnachtlich dekoriert zu sein scheinen. Besançon wird von der Zitadelle überragt, einer Festungsanlage, die Vauban zwischen 1668 und 1711 auf einem Bergsporn in einer Doubs-Schleife errichten ließ, seit 2008 Teil des UNESCO-Welterbes der Festungsanlagen Vaubans. Der Kanal unterquert die Zitadelle sogar in einem 394 Meter langen Tunnel, einem von zwei Kanaltunneln auf der gesamten Strecke, der zweite bei Thoraise wenige Kilometer weiter westlich. Ab Besançon wird der Fluss unruhiger, der Doubs mäandriert auf seinen 458 Kilometern Gesamtlänge so stark, dass er nur 90 Kilometer Luftlinie überwindet, mal ist er kaum sechs Meter breit, mal fast zweihundert. Der Treidelpfad folgt ihm durch bewaldete Hügel und an Kalkfelsen vorbei, vorwiegend auf gutem Asphalt, mit Schleusen der ehemaligen Kanalschifffahrt als regelmäßigen Unterbrechungen. Vor Dole löst sich die Route vom Doubs, dessen Baumkronen über dem letzten Flussabschnitt fast einen Tunnel bilden, und erreicht die Altstadt, Geburtsort von Louis Pasteur, dessen Geburtshaus heute ein Museum ist.
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Von Dole nach Louhans
Von Dole führt die Strecke zunächst durch die Forêt de Chaux, mit rund 200 Quadratkilometern eines der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete Frankreichs, auf ehemaligen Bahntrassen und ruhigen Waldstraßen bis Vieille-Loye. Danach verlässt die Route das Doubs-Tal endgültig und wechselt südwärts in die Ebene der Bresse, flaches Bauernland mit Fachwerkhäusern aus Backstein und Weihern, die von der historischen Fischzucht der Mönche zeugen. Die Landschaft ist unauffällig, aber gut befahrbar, mit wenig Verkehr auf den kleinen Departementstraßen. Louhans, das Etappenziel, liegt am Zusammenfluss von Seille, Vallière und Solnan und ist die Hauptstadt der burgundischen Bresse. Kern der Altstadt ist die Grande Rue mit 157 Arkaden aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, die längste durchgehende Arkadenstraße Frankreichs, ursprünglich zum Schutz von Handel und Ware vor Regen und Sonne angelegt. Der Wohlstand der Stadt geht auf den mittelalterlichen Salzhandel zurück, der über die Seille verschifft wurde. Bekannt ist Louhans heute vor allem für seinen montäglichen Geflügelmarkt.
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Von Louhans nach Lyon
Von Louhans führt die Strecke südwärts durch die typische Bresse-Landschaft mit ihren Fachwerkhöfen und Weihern nach Bourg-en-Bresse, Hauptstadt des Departements Ain am Zusammenfluss von Bresse, Dombes und Revermont. Die Stadt kam im 13. Jahrhundert durch Heirat an das Herzogtum Savoyen und wurde Anfang des 15. Jahrhunderts dessen Bresse-Hauptstadt, bis sie 1601 durch den Vertrag von Lyon endgültig französisch wurde. Wahrzeichen ist das Kloster Brou am südöstlichen Stadtrand, zwischen 1505 und 1536 von Margarete von Österreich als Grabkirche für ihren Mann Philibert II. von Savoyen errichtet, ein Hauptwerk der französischen Flamboyant-Gotik. Von Bourg-en-Bresse geht es weiter in die Dombes, ein Hochplateau aus über tausend künstlichen Fischteichen, die Mönche im Mittelalter zur Fischzucht anlegten und die bis heute nach überlieferten Methoden bewirtschaftet werden. Über Chalamont, einen alten Ort auf einem Hügel am Rand des Plateaus, der bis ins 19. Jahrhundert an der Hauptstraße zwischen Bourg und Lyon lag, führt die Strecke weiter südwärts. Kurz vor Lyon liegt Pérouges, ein mittelalterliches Städtchen im Originalzustand des 16. Jahrhunderts mit einer in die Stadtmauer eingebauten Wehrkirche. Die letzten Kilometer fallen vom Dombes-Plateau hinunter zur Rhône und nach Lyon, wo die Etappe endet.
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Von Lyon nach Valence
Von Lyon führt die ViaRhôna durch die Stadt am Flussufer entlang, vorbei am Zusammenfluss von Rhône und Saône mit dem modernen Stadtviertel Confluence und seinem markanten Musée des Confluences. Ab Saint-Romain-en-Gal wird die Bedeutung der Rhône als historische Schifffahrtsroute deutlich sichtbar, direkt gegenüber liegt Vienne, eine der bedeutendsten gallo-römischen Städte Frankreichs mit einem gut erhaltenen antiken Theater und einem Augustus-und-Livia-Tempel. Ab Vienne führt die Route durch das Naturschutzgebiet Île du Beurre, dann an steilen Weinbergterrassen vorbei, darunter die berühmten Lagen von Côte-Rôtie und Condrieu, gefolgt von den ersten großen Obstplantagen des Rhônetals. In Tournon-sur-Rhône überquert eine der ältesten noch genutzten Hängebrücken Frankreichs den Fluss zum gegenüberliegenden Tain-l'Hermitage, bekannt für Wein und die Schokoladenmarke Valrhona. Weiter südlich wird die Landschaft flacher, mit ersten Anklängen an die Provence in Architektur und Vegetation. Valence, das Etappenziel, trägt den Titel Ville d'Art et d'Histoire und markiert mit seiner Kathedrale Saint-Apollinaire und der Altstadt den Übergang vom Rhônetal in den Süden Frankreichs.
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Von Valence nach Bourg Saint Andéol
Von Valence führt die ViaRhôna auf gut asphaltierter, autofreier Strecke über die Brücke Pont des Lônes zurück ans Westufer der Rhône, in die Ardèche. Über Soyons, Charmes-sur-Rhône und das Village de caractère Beauchastel geht es nach La Voulte-sur-Rhône, danach an der Mündung der Drôme vorbei durch das Naturschutzgebiet Printegarde bis Le Pouzin. Weiter südlich liegt Cruas, wo eine romanische Abteikirche in auffälligem Kontrast zu den Zementwerken der Umgebung steht, die die Industrie der Gegend prägen. Bei Rochemaure überquert eine neu gebaute Hängebrücke im Himalaya-Stil den Fluss, errichtet auf den Pfeilern der alten Brücke. Nach Châteauneuf-du-Rhône führt die Route weiter durch Nebenarme der Rhône zum hochgelegenen Viviers mit seiner mittelalterlichen Altstadt und Kathedrale. Von dort geht es auf der letzten, kurzen Etappe südwärts nach Bourg-Saint-Andéol, bekannt für ein seltenes römisches Steinrelief, das dem Gott Mithras gewidmet ist und in den Fels über der Stadt gehauen wurde.
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Von Bourg Saint Andéol nach Montpellier
Von Bourg-Saint-Andéol führt die Strecke weiter südlich am Rhône-Ufer nach Pont-Saint-Esprit, wo die Ardèche in die Rhône mündet. Die Stadt Montpellier wurde erst im 10. Jahrhundert gegründet, ohne römischen Ursprung, was sie von den meisten Städten der Region unterscheidet, und entwickelte sich vor allem durch Handel und ihre 1220 gegründete Universität, eine der ältesten medizinischen Fakultäten Europas, zu einem bedeutenden Zentrum.
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Von Montpellier nach Narbonne
Von Montpellier ging es also auf direktem Weg westwärts durch das Hinterland des Hérault, mit Weinbergen der Appellation Languedoc und Picpoul de Pinet als ständigen Begleitern, nach Pézenas. Der Ort geht auf eine römische Festung zurück, die auf einem zentralen Hügel stand, im Mittelalter war er ein bedeutender Handelsplatz an der Kreuzung zwischen Mittelmeer, Rhônetal und Pyrenäen mit fünf jährlichen Messen, die Ludwig der Heilige 1272 einrichtete. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde Pézenas Sitz der Provinzstände des Languedoc und Residenz des Gouverneurs, weshalb es auch als "Versailles des Languedoc" bezeichnet wird. Bekannt ist der Ort vor allem für Molière, der zwischen 1646 und 1657 mehrfach mit seiner Wandertruppe Illustre Théâtre hier gastierte. Von Pézenas führt die Strecke weiter über flaches Land nach Béziers. Weiter geht es am Kanal entlang über Capestang bis Narbonne, dessen gotische Kathedrale Saint-Just-et-Saint-Pasteur unvollendet blieb und dessen Erzbischofspalast noch heute das Stadtzentrum dominiert.
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Von Narbonne nach Le Boulou
Von Narbonne führt die Strecke südwärts durch die Corbières, vorbei am Étang de Bages, meist auf der alten Route Nationale 9 parallel zur heutigen Autobahn. Kurz vor der Grenze zwischen Aude und Pyrénées-Orientales liegt Salses-le-Château, wo eine mächtige Festung zwischen den Ausläufern der Corbières und dem Étang de Salses steht. Sie wurde ab 1497 von Ferdinand von Aragón erbaut, um das damals aragonesische Roussillon vor Frankreich zu schützen, mit bis zu zehn Meter dicken Mauern und Platz für 1500 Mann Besatzung. Nach mehreren Belagerungen fiel sie 1642 endgültig an Frankreich, verlor aber mit dem Pyrenäenfrieden von 1659, der das gesamte Roussillon Frankreich zusprach, ihre Grenzfunktion. Weiter südlich erreicht die Strecke Perpignan, die Hauptstadt der Pyrénées-Orientales und einstige Residenzstadt der Könige von Mallorca, deren Palast noch heute über der Stadt thront. Von Perpignan führt die letzte Etappe westwärts ins Vallespir, entlang des Flusses Tech, bis Le Boulou, einem alten Thermalort nahe der spanischen Grenze, dessen Quellen schon in römischer Zeit genutzt wurden.
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Von Le Boulou nach Girona
Von Le Boulou führt die letzte Etappe der Tour über Le Perthus, wo die alte Landstraße die Grenze nach Spanien überquert. Der Ort ist geteilt in einen französischen Wohnteil und einen spanischen, fast nur aus Geschäften bestehenden Teil, der zur katalanischen Gemeinde La Jonquera gehört. Der Legende nach, historisch nicht gesichert, soll Hannibal mit seinen Elefanten 218 v. Chr. hier die Pyrenäen überquert haben. Kurz dahinter liegt Figueres, Geburtsort von Salvador Dalí, dessen Theater-Museum die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Kunstinteressierte macht. Von dort führt die Strecke durch die Ebene des Empordà weiter nach Girona. Die Stadt geht auf eine iberische Gründung zurück, wurde unter den Römern zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt und ist heute die Provinzhauptstadt einer der vier katalanischen Provinzen. Die Altstadt mit ihrer Kathedrale und der von Gustave Eiffel entworfenen Brücke über den Onyar ist historisch geprägt, das milde Klima und die vielseitigen Straßen ins Umland haben Girona aber vor allem zu einem Zentrum des Profiradsports gemacht, in dem zahlreiche Radprofis und Triathleten ihren Wohnsitz haben.
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Von Girona nach Barcelona
Von Girona führt die letzte Etappe der Tour über Llagostera an die Küste bei Sant Feliu de Guíxols, dort trifft man auf die Costa Brava und folgt der Küstenstraße über Tossa de Mar, dessen mittelalterliche Festungsmauer Vila Vella eine der wenigen noch erhaltenen befestigten Altstädte direkt am Meer in Katalonien ist. Ab Blanes wird die Küste flacher, die wilden Buchten weichen langen Sandstränden und dichter Bebauung der Costa del Maresme, die sich bei Calella bis vor die Tore Barcelonas zieht. Rund 15 Kilometer vor der Stadt verläuft der Radweg direkt am Strand entlang, bevor der Verkehr zur Stadtgrenze hin spürbar zunimmt. Ab Badalona übernehmen städtische Radwege, die teils in der Straßenmitte neben der Straßenbahnlinie oder im Grünstreifen verlaufen. Barcelona gilt trotz seiner Größe als eine der fahrradfreundlichsten Städte Europas, mit einem gut ausgebauten Netz, das zuverlässig bis ins Zentrum führt. Damit endet die Tour von Freiburg nach Barcelona, quer durch Frankreich entlang von Rhein, Doubs, Saône und Rhône, durch den Süden über den Canal du Midi und schließlich über die Pyrenäen und die Costa Brava bis ans katalanische Mittelmeer.
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