Die Unterstadt ist erstmal unspektakulär. Breite Straßen, Geschäfte, Verkehr. Eine Stadt wie viele andere. Dann nimmt man die Seilbahn oder die Stufen nach oben – und plötzlich macht der Stadtplan Sinn.
Die Altstadt liegt auf einem Hügel wie eine eigene Welt. Enge Gassen, alte Steine, kein Durchgangsverkehr. Und dahinter, wenn man durch eine der Lücken zwischen den Häusern schaut: die Alpen. Einfach so. Als hätte jemand vergessen, das Bild wieder wegzunehmen.
Ich bin durch die Gassen gelaufen und irgendwann blieb ich stehen – ein Chor. Eine Probe, irgendein Festival stand an. Mehrstimmiger Gesang, durch dicke Steinmauern gedämpft, dann wieder klar. Ich hab mich davor hingestellt und zugehört. Fünf Minuten, zehn Minuten. Man tut sowas normalerweise nicht. Hier schon.
Das ist Bergamo. Unten die Stadt, oben die Geschichte – und mittendrin ein Chor, der probt, als wäre das das Normalste der Welt.