Jens' Reisefotos
Italien

Siena — mehr als eine Kulisse

Von Jens · 24. Februar 2025 · Mittelalter, Toskana
Siena — mehr als eine Kulisse
Siena liegt auf drei Hügeln im Zentrum der Toskana, etwa 50 Kilometer südlich von Florenz. Die Stadt erreicht man aus dem Val d'Elsa oder dem Val d'Arbia, beides bedeutet: es geht rauf. Mit dem Rad sind das die letzten Kilometer, die sich ziehen.

Die Altstadt ist kompakt und fast vollständig erhalten. Gotische Backsteinbauten, enge Gassen, kaum Autos. Siena war im 13. und 14. Jahrhundert eine der wichtigsten Städte Europas, Bankenzentrum und Konkurrent von Florenz. Nach der Pest 1348 kam der wirtschaftliche Abstieg, und genau deshalb blieb die mittelalterliche Struktur stehen. Es wurde einfach nicht mehr viel gebaut.

Der Dom steht am höchsten Punkt. Weiß-schwarzer Marmor in horizontalen Streifen, romanisch-gotische Fassade, fertiggestellt im 14. Jahrhundert. Der ursprüngliche Plan war ein noch größerer Bau, davon zeugt eine unvollendete Seitenwand neben dem heutigen Dom. Die Pest kam dazwischen.

Von dort geht es runter zur Piazza del Campo. Der Platz ist muschelförmig angelegt und fällt zur Mitte hin ab, neun Segmente aus rotem Backstein, die die neun Stadtregierungen des Mittelalters symbolisieren. Hier findet zweimal im Jahr der Palio statt, das Pferderennen zwischen den Stadtvierteln. Auch ohne Palio funktioniert der Platz. Menschen sitzen auf dem Boden, in der Sonne, ohne besonderen Anlass.

Siena hat 17 Contrade, historische Stadtviertel mit eigenen Wappen, Kirchen, Brunnen. Die Rivalitäten zwischen ihnen sind bis heute real. Man sieht die Fahnen an den Häusern, Schnecke, Gans, Einhorn.

Für Radfahrer ist die Stadt selbst nicht befahrbar, das Kopfsteinpflaster und die Fußgängerzonen machen das unmöglich. Aber als Etappenziel oder Tagesausflug von einer Unterkunft im Umland funktioniert Siena gut. Stellplätze für Räder gibt es an den Stadttoren.